Marokko

Willkommen zu Teil 2 von „Jani fliegt nach Marokko“. Den Bericht zu unserem Vorbesuch gibt es natürlich weiterhin hier zu lesen: tvoberachern.de/marokko-vorbesuch

Sonntag, 27. Oktober

Das ist unsere Reisegruppe:

Rot (Oberachern) und Blau (Ichenheim) – zusammen lila?

Ich war den ganzen Tag schrecklich aufgeregt, weil ich mir sicher war, dass jemand seinen Reisepass vergisst. Bei 20 Personen nicht unwahrscheinlich. Glücklicherweise hat alles geklappt. Jani Happy.

Unauffällig am Flughafen
Ryanair – Besser als Thomas Cook

Nach kurzer Diskussion im Flugzeug konnte ich meinen Fensterplatz für mich beanspruchen. Platz F ist nicht am Gang! In Marrakesch dann das übliche Prozedere: Pass zeigen, Simkarte kaufen, Gepäck scannen, Bilder vom Eingangsbereich machen.

Erste Erkenntnis: Reisen in einer Gruppe bedeutet, immer und überall ein Gruppenbild zu machen. Hm.

Bus.

Unser Gastgeber, der Sportverein „Olympique Safi“ hat es sich nicht nehmen lassen, uns mit zwei Bussen und dem ersten Vorsitzenden persönlich abzuholen. Trotz Augenringen wie ein Panda erkennt mich der freundliche Mann in der Gruppe und begrüßt mich herzlich. Bin jetzt doch ganz glücklich, dass ich mitgeflogen bin.

Mitternachtssnack

Unser Tag endet nach einer Busfahrt über Holperpisten, die hier „Straßen“ genannt werden und kurzer Verwirrung bei der Zuteilung der Häuschen um 5 Uhr. „Ihr Wecker klingelt in 4 Stunden und 15 Minuten.“ Ja nice.

Neues Konzept: Da ich allgemein unkreativ bin und dazu ein bisschen faul, berichten ab jetzt Teams über unsere Erlebnisse. Danke an Anna A. aus W. für den Vorschlag. Den Anfang machen heute Sarah, Katharina und Bea.

Es ist mittlerweile 23:11 Uhr und die Auserwählten sind zu müde, um sich um den Blogeintrag zu kümmern. Also bin ich nochmal am Start.

Montag, 28. Oktober

Zum Frühstücken waren wir fast alle gemeinsam in einem kleinen Lokal mit tollem Blick. Direkt im Anschluss wurden wir durch die Stadt geführt. Mein Schrittzähler ist bei 13.687.

Gruppenbild X

Während unserer Tour ging es in das berühmte Keramtikmuseum. Highlight für mich war dieser Weißwursttopf namens „Vase coupe“. Manche Ausstellungsstücke sind über 5000 Jahre als!

Danach durften wir, wie schon im Mai/Juni, vom Dach der Burg auf die Stadt blicken.

Den Mittag konnten wir entspannt am Pool verbringen. Mein schlechtes Gewissen, dass ich eigentlich Student bin, klopft kurz an. Ich lasse es weiter klopfen.

Abends wurden wir beim „Olympique Safi“ empfangen. Erneut wurde das große Programm inklusive Rede vom Präsidenten und Snacks für alle aufgefahren. Die Gastfreundschaft überrascht mich immer wieder. Gesättigt gehts zum Abendessen. Hm.

Nach dem Abendessen wird der Raum verdunkelt. Uns wird eine Überraschung angekündigt. Sarah Keller hatte gestern Geburtstag und unsere persönlichen Köche tragen ihr einen Kuchen mit Kerzen herein. Vor lauter Verwirrung singt Sie mit: „Happy Birthday to mich?“

Bon nuit!

Nachtrag: Kann mal jemand eine Dusche bauen, die nicht das ganze Bad wegschwemmt?

Dienstag, 29. Oktober

Zum Frühstücken waren wir heute in der Altstadt. Für mich gabe es Tee. Hmm, lecker lecker!

Anschließend war für unsere Gruppe ein privater Töpferkurs organisiert. In einer traditionellen Fertigungsstätte, die ganz sicher nicht nur eine Touristenattraktion war, konnten wir auf einer Drehscheibe Teller, Tassen und andere runde Dinge fertigen. Die Kulisse an diesem Ort ist einmalig!

Im Anschluss wurden wir durch den Rest der „Fabrik“ geführt.

Kleiner Ofen

Den Nachmittag verbrachte ein Teil der Gruppe am Strand, der sich leider nicht durch die immense Menge an Sonnenschirmen auszeichnet. Da ich nicht auf Hitzekollaps stehe, war ich mit dem Rest am Pool.

Auf unserem Weg zum Training beim „Olympique Safi“ wurden noch Snacks gekauft. Schon nach 10 Metern fielen uns zwei Polizisten auf Mopeds auf, die uns auffällig unauffällig in 10 Metern Entfernung verfolgten. Man kommt sich vor wie in einem James Bond-Film. Kaum aus dem Einkaufszentrum heraus, wurden wir wieder beaufsichtigt/bewacht. Auf Nachfrage durften wir leider kein Bild mit ihnen machen. Schade.

Das Training fand heute im „Spiegelsaal“ statt. Das offene Fenster in 5 Metern Höhe spendete leider nicht den bitter nötigen Luftzug. Puh.

Nach produktiven 2 Stunden (diesmal ohne Ironie) waren alle am körperlichen Ende.

Der erste Gastbeitag (Wuhu)! Von Bea:

Nachdem wir mit dem Trainieren für den Auftritt fertig waren, sind wir noch zu den Turnerinnen, um mit ihnen zu trainieren! Die marokkanischen Mädchen waren so motiviert und haben sich so sehr gefreut, dass wir da waren! Sie haben unzählige Wiederholungen gezeigt und waren sehr stolz! Am Ende verabschiedeten sich alle Mädchen mit herzlichen Umarmungen, selbst die Eltern haben sich sehr bedankt! <3 <3

Mittwoch, 30. Oktober

Unser Tag startete heute mit einem ausgiebigen Frühstück am Strand. Ich als Experte der marokkanischen Gebräuche konnte heute eine neue Teechnik erlernen: Das Essen von Oliven. Dieses möchte ich hier mit euch teilen.

Step 1: Olive zerquetschen, bis der Kern harausploppt.
Step 2: Olive in Baguette-ähnliches Brot pressen.
Step 3: Brot mit Olive in Öl tauchen.
Step 4: Essen.
Step 5: Genießen und die gezeigte Handbewegung machen.

Natürlich kann nicht jeder auf Anhieb so gut wie ich neue Gebräuche erlernen, aber bei täglichem TRaining solltet ihr das in 2-3 Monaten ebenfalls meistern können. Dranbleiben!

Nach dem Frühstück gab es für uns einen privaten Surfkurs. Bei 26°C in tollen Wellen kann ich mir schlimmeres vorstellen. Zum Beispiel Achern: Ich hab gehört, auf der Hornisgrinde schneit es. Brr. Ich hab mir lieber Sonnenbrand geholt.

Trotz mehreren Litern geschlucktem Salzwasser hatten alle eine Menge Spaß.

Vor dem Mittagessen eine kurze Abkühlung im Pool.

Zum Mittag gab es passenderweise Fisch!

Den Nachmittag verbrachten wir wieder mit Training beim OCS. Am Samstag werden wir gemeinsam mit deren Turnerinnen und Turnern eine Sportgala veranstalten. Das geht natürlich nur mit Übung. Die Werbung hängt schonmal:

Auf der Rückfahrt gab es leider einen kleinen Dämpfer. Unser Küken Sarah hat sich am Bus die Hand eingeklemmt. Zum Glück hilft Katharina in der Not aus.

Donnerstag, 31. Oktober

Entwarnung: Sarahs Hand ist wieder 1a angewachsen.

Unser Tag startete heute ungewöhnlich früh um 7:30 Uhr. Es ging in die Stadt Essaouira.

An dieser Stelle möchte ich noch etwas nachliefern. Wir fahren gerade mitten durch die Pampa und ich habe überall bestes Handynetz. Ermöglicht wird das durch Funk-Palmen:

@TelekomDE wie wär’s? Ne Palme in Oberachern auf dem Kirchplatz.

Frühstück gab es auf halber Strecke. Top-Thema an meinem Tisch waren die traumatischen Erlebnisse der letzten Nacht. Ich möchte nur so viel verraten: Es ging um Krabbeltiere, Deo-Vergasung und mädchenhafte Schreie von Kerlen.

Ebenfalls auf dem Weg hatten wir die Möglichkeit, die Herstellung von Olivenöl anzuschauen. Die Oliven werden mit großen Mahlsteinen, die von einem Motor angetrieben werden, zu einem Brei gequetscht, der anschließend ausgepresst wird. Lecker lecker.

Frischer geht nicht: Olivenöl

Kurz vor der Stadt bot sich ein toller Blick von einer Anhöhe. Natürlich waren passenderweise Kamelführer vor Ort, die in unserer Gruppe die perfekten Opfer gefunden haben.

Originell, Außergewöhnlich und Einmalig (nicht böse gemeint)

Essaouira lebt vor allem von zwei Dingen: Fischfang und Touristen. Mit einem Guide ging es für uns zuerst zum Hafen.

Wie auch in Safi liegen auf der Straße unzählige Katzen. Die hier sehen jedoch dicker und lebendiger aus.

Unser Guide hat uns in einen Laden geführt, der handgemachte Holzartikel verkauft. Es gab tolle Stücke zu kaufen und eine rießige Auswahl. Beim Durchstreifen der Stadt im Anschluss tauchten die selben Stücke in vielen Läden ebenfalls auf, allerdings für weniger als die Hälfte. War wohl auf Provision der Boy. Egal, nicht mein Geld.

Als Snack gab es für mich einen Kabab. Keine Ahnung was drin war aber war lecker. Danach hab ich mir Gewürze gekauft und prompt schlecht verhandelt. Sam hat für mich nachdiskutiert und mir noch ne Tüte Curry und einen Fußhobel ausgehandelt. Mein Rucksack duftet jetzt dezent nach Curry. Naja, besser als nach Sportsachen.

Crashkurs zur Marokkanischen Straßenordnung: Generell ist keiner Angeschnallt. Bei einem Unfall stirbt man einfach. Naja ist nicht vergleichbar mit Deutschland: Auf den Straßen hier fährt eigentlich keiner schneller als 80. Kann man sich ja zur Not festhalten.

Zusätzlich gibt es ein Handzeichensystem unter Autofahrern: Fahrer 1 fragt mit Lichthupe bei dem entgegenkommenden Auto/Bus ab, ob Gefahr droht. Es gibt verschiedene Handzeichen, die darauf geantwortet werden können: Alles cool, Achtung Polizei, Achtung Polizei auf Motorrädern, … Gefällt mir. Falls das jemanden interessiert, liefere ich dazu einen kleinen Guide. Einfach kurz melden.

Zum Abendessen waren wir heute beim OCS eingeladen. Davor durften wir Boule spielen.

Beim Essen kam ich heute an meine Grenzen. Es gab frische Sardinen, die für uns gegrillt wurden. Mit drei Handbewegungen wurde uns gezeigt, wie Haut entfernt und das Fleisch entnommen wird, ohne Gräten zu enthalten.

Was ich in den folgenden 15 Minuten mit meiner Sardine veranstaltet hat, geht als Leichenschändung durch. Weil mich der Präsident des OCS dabei immer wieder gespannt beobachtete, hab ich zwei Sardinen samt Gräten und Teilen der Innereien verspeist. Dabei kam ich an meine emotionalen Grenzen und habe vor Verzweiflung fast geheult. Ich bin mir sicher, der Fisch hätte bei richtigem Verzehr echt gut geschmeckt.

Freitag, 1. November

Unser Tag startete heute mit einem ausgiebigen Frühstück am Strand. Da ich die Oliventechnik perfektioniert habe, ernährte ich mich von 70 Oliven, 2 Schalen Öl und 2 Fladenbrot. Unverständlicherweise wurde mir übel. Die letzte Olive war wohl schlecht.

Die Wellen waren an diesem Vormittag wieder genial. Hansi aus Nachzügler konnte gemeinsam mit Anna und Pascal nochmal Surfen, der Rest plantschte so im Wasser.

Nach einer kurzen Duschpause und dem Mittagessen ging es auf zu zwei Schule in Safi, deren Schüler wir bespaßen durften. Im Voraus wurde unsere Gruppe in zwei Grüppchen geteilt, eine Mädels- und eine Jungsgruppe. Ausnahmsweise waren wir nicht pünktlich (Lol) und hektisch wurde die Jungsgruppe an der ersten Schule rausgeworfen. War nur die falsche Schule. Nach einem Gruppenbild wurde getauscht, und die Mädchengruppe dagelassen.

Bericht von Sarah aus der ersten Schule:

Zu Beginn haben vier von uns fünf verschiedene Turnübungen vorgeführt, was den Kids sehr gefallen hat. Auffallend war, dass Anna der Publikumsliebling war. Danach haben wir mit denen so keine Ahnung Gymnastikübungen gemacht und so. Das schreibst du nicht so Jani.

Interview, 22:08 Uhr, Hütte 1

Für uns Jungs ging es weiter zur „Groupe Scolaire Achbal Privé“. Unter tosendem Applaus wurden wir empfangen und sollten erstmal etwas vorturnen. Anschließend wurden die Kids an die Hand genommen und durften sich selbst versuchen.

Besonders angetan waren Sie von unserem Kleinsten, dem Niko. Er bekam einen eigenen Applaus.

Nachdem ich ein „Vielen Dank“ gestammelt habe, gab es noch einen kleinen Snack. Ich weiß inzwischen nicht mehr, wie sich Hunger anfühlt.

Uns wurden Blumen und eine handgefertigte und bemalte Tonschale überreicht. Die kommt im Vereinsheim an die Wand! Was wir mit den Blumen machen wird spannend.

Nach diesem ereignisreichen und lauten Nachmittag ging es direkt weiter zum Training. Morgen um 16 Uhr findet unsere „Sportgala“ statt. Während der Generalprobe wird das Programm final festgelegt. Kurz bevor wir nach Hause aufbrechen wollen, erzählt uns ein Vater, dass drei marokkanische Kids morgen mitmachen. Ok. Wird schon.

Noch vor dem Abendessen gehts weiter zum „hammam“:

Ein Hammam ist eine öffentliche Badeanstalt bzw. ein Dampfbad, das man vor allem in der arabischen Welt […] findet und das ein wichtiger Bestandteil der orientalischen Bade- und Körperkultur ist.

Wikipedia

Ella findet, „Ham Ham“ klingt besser.

Das Ham Ham war wohl ganz gut. Es gab eine Peeling-Massage mit Igel-Handschuh, eine Massage mit einer Kaffee-Joghurt-Mischung und eine Haarwäsche für Anna und Bea. Zum Abschluss Joghurt mit Milch und Zucker.

Auf dem Heimweg gab es eine Hochzeit zu sehen. Spontan werden die frisch eingelegten Badenixen mit Handbewegungen eingeladen. Kann man natürlich nicht ablehnen.

Ella vereint Kulturen

Samstag, 2. November

Das Frühstück gab es heute wieder am Strand. Ella war als Erste überpünktlich am Bus. Ich kann meine Verwunderung nicht in Worte fassen. Naja, weil alle anderen zu spät sind, fahren wir wie immer 15 Minuten später los.

Spontan werden alte Pokemon Go-Accounts ausgepackt.

Am Strand gibt es finale Proben für den Auftritt am Nachmittag. Hansi überzeugt durch Beratungsresistenz. Wird schon, soll einfach hinten stehen.

Unter Marokkanern sind europäische Frauen beliebt.

Nach dem Mittagessen ging es auf zum Auftritt in der Halle des OCS. In den 90 Minuten vor Beginn des Auftritts wird alles geregelt, was bisher noch nicht klar war. Also alles.

Da unser Auftritt und das darauf folgende Bildermachen mich jetzt zu viel Zeit kosten würde, alles zu beschreiben und Bilder herauszusuchen, verschiebe ich das einfach auf morgen. Hier ein paar Teaser:

Den Abend verbrachten wir am Strand, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Kitsch ahoi!

Bei der Ankunft in der Unterkunft kommt Rafael die Idee, eine Timelapse vom Kreisverkehr zu machen. Tada:

Als Kompensation für die fehlenden Bilder vom heutigen Auftritt (die morgen nachgeliefert werden, versprochen), gibt es hier kleine Filme von unseren bisherigen Aktivitäten in den ersten fünf Tagen zu sehen. Vielen Dank an Rafael!

Öffentlicher Auftritt beim OCS

Hier der versprochene Bericht zu unserer „Sportgala“.

Eröffnet wurde das Spektakel mit einem gemeinsamen Tanz, der im Hintergrund durch Hebefiguren begleitet war.

Natürlich wurde die deutsche Nationalhymne gespielt. Danach die Marokkanische.

Danach durften unsere drei Gymnastinnen ihre Kür-Übungen präsentieren.

Im Anschluss waren wir Turner dran. Spontan kamen vier statt drei marokkanische Turner, hat irgendwie funktioniert. Geturnt wurde Sprung und Barren mit Einlagen am Boden.

Als nächstes präsentierten die Damen einen Tanz mit Flügeln zu „River flows in you“.

Zum Schluss waren wieder alle gemeinsam auf der Fläche, um zum Lied „Kun Anta“ zu tanzen und turnen.

Darauf folgten viele viele Bilder und Geschenkübergaben. Habe ich schon von der Gastfreundlichkeit in Marokko erzählt? Eine Gruppe behinderter Menschen ist extra angereist, um uns zu sehen und ein Bild mit uns zu machen.

Als Geschenk wurden die Flügel übergeben, weil die Mädchen im Training damit so viel Spaß hatten.

Am Ende waren alle glücklich, dass alles so reibungslos geklappt hat. Nachdem ein paar Gespräche geführt wurden, gab es einen Empfang mit Snacks für die Teilnehmer und Ehrengäste. Diesen mussten wir leider früh verlassen, um den Sonnenuntergang am Strand nicht zu verpassen. Ab hier kennt ihr die Geschichte.

Sonntag, 3. November

Unser Tag begann erneut am Strand. Wie die zwei Tage davor für mich mit einem Teller Oliven, Olivenöl und Brot. Wie die zwei Tage davor mit anschließendem Bauchweh. Lohnt sich aber!

Direkt vom Frühstück aus ging es für die erste Gruppe auf zum Flughafen. Nicht nur Bea hat die ein oder andere Träne vergossen. Die Heimfahrt war wohl problemlos. Unterwegs gab es Pfefferminzfelder zu sehen und Tee zu trinken. Mit Zucker.

Der Rest von uns konnte noch etwas am Strand bleiben.

Nach kurzer Pause in der Unterkunft stand ein Besuch der Medina an. Ella tobte sich am Gewürzstand komplett aus und hat am Ende genausoviel bezahlt wie ich in Essouira, nur war meine Tüte am Ende nichtmal halb so voll. Hm.

Danach konnte ich in einem Cafe das wohl beste Foto machen, das wohl je ein Fotograf aufgenommen hat. Ich präsentiere: Tee mit Zucker!

Anna hat sich kurz vor dem Mittagessen ebenfalls etwas gegönnnt.

Der Nachmittag wurde faul am Pool verbracht. Vor dem Abendessen konnten wir den Sonnenuntergang nochmal anschauen, diesmal aus einer anderen Perspektive. Hier ein paar Highlights.

Morgen geht es früh los. Der Bus in Richtung Marrakesch fährt für alle um 5:30 Uhr los. Ein Teil der Gruppe fliegt um 11 Uhr heim, Familie Adler, Sarah und Ich bleiben noch bis Mittwoch. Wir werden nach Imlil im Atlas-Gebirge weiterfahren und zwei Tage mit der Pfadfindergruppe Essalam verbringen.

Das Atlas-Gebirge wird in Reisehinweisen oft negativ erwähnt. Wir werden euch das gegenteil beweisen! Falls dies für längere Zeit der letzte Eintrag ist, gibt es entweder kein Internet, oder wir wurden entführt. Spaß.

Sam beschwert sich immer, dass wir Deutschen alles struktiriert und durchgeplant haben wollen. Ich bin für morgen völlig entspannt. In dem Sinne: Gute Nacht!

Montag, 4. November

Abfahrt um 5:30 Uhr. Ich sitze auf dem Beifahrersitz. Meine Überlegung: Anschnallen, Schlafen. Realität: Anschnallen kaputt, Nackenschmerzen weil mein Kopf bei jedem Schlagloch rumfliegt. Aua.

Frühstück gibt es in Marrakesch.

Die Verabschiedung findet ebenfalls beim Frühstück statt, weil „wir die am Flughafen nur ausspucken“. Für 9 Ichenheimer geht es heute nach Hause. Schade.

Wir sind inzwischen in Imlil angekommen. Die gute Nachricht: Wir leben noch! Die Busfahrt war etwas speziell. In Marrakesch sollten die Pfadfinder bei uns zusteigen. Es waren nur Mädchen, die sofort zu singen begannen. Ich kannte Pfadfinder bisher nur von Spongebob.

In Imlil trafen wir auf den Rest der Scouts. Die Jungs sind mit einem zweiten Bus gefahren. Los geht’s zwei Kilometer bergauf zu unserer Unterkunft.

Sieht aus wie im Schwarzwald, nur mit Teppich.

Rafael A. aus K.

Was dieser anonyme Reisende hier meint trifft tatsächlich zu. Von der heißen Einöde ging es hoch in die Berge. Und überall am Rand gibt es Teppiche zu kaufen. Genau das, was man auf einer Wanderung braucht.

Nach dem Mittagessen ging es mit den Scouts zu einem Kletterspot in der Nähe. Auf dem Weg überschätze ich meine sportlichen Fähigkeiten und lande spontan mit dem Gesäß im Matsch. Sexy.

Der „Kletterlehrer“ schnappt sich ein Seil und beginnt, den Berg zu erklimmen. Da er die Sicherung gerade anbringt ohne Sicherung. Immerhin hat er einen Helm auf, falls er 20 Meter runter fällt. Safe.

Mir wird kalt. Wir befinden uns inzwischen in den Bergen und betreiben das genaue Gegenteil von „Vamos a la Playa“, nämlich „friering in se Berge“.

Die Toilettensituation lässt erneut zu wünschen übrig. Als hätten wir es geahnt, haben wir heute morgen in Marrakesch dieses Bild im Supermarkt gemacht. Hätten wir das doch bloß gekauft…

Nice, meine eigene Klopapier-Marke

Schon in Safi hatte das Essen vielen Verdauungsapparaten gasförmige Probleme bereitet. Ich bin nun selbst betroffen. Meine Zimmergenossen ebenfalls. In dem Sinne, Gute Nacht. Morgen wird gewandert.

Dienstag, 5. November

Ich bin froh, dass ich heute überhaupt aufgewacht bin. Im Zimmer hat es gefühlte 0°C. Mein Schlaf wird von Schnarchen unsanft unterbrochen. Innerlich verfluche ich Hansi ca. 30 Minuten lang. Bis dieser plötzlich auch wach im Bett sitzt und das Schnarchen nicht aufhört. Rafael…

Beim Frühstück begegnet uns ein bekanntes Gesicht: Unser Koch aus Safi ist auch ein Pfadfinder und winkt uns fröhlich zu.

Danach packt uns der Ehrgeiz. Die Pfadfinder gehen Klettern oder so und weil ich an meinem Leben hänge, starten wir lieber zu einer Wandertour.

Vorstellung: Chillig laufen, ca. 2 Stunden, in der Sonne aufwärmen, heimkommen und essen.

Realität: Unser Guide weitet die vorgeschlagenen 2 Stunden auf 3,5 Stunden aus und macht mit uns das, was mein Papa als „Gewalttour“ bezeichnet. 5 Kilometer bergauf mit 400 Höhenmetern über felsiges Gelände. Chillig.

Oben angekommen scheint die Sonne und es gibt frisch gepressten Orangensaft. Die Welt ist in Ordnung. Kurz.

Plötzlich zieht eine Wolkenfront das Tal hinauf und nimmt mit der Wärme auch meine Motivation.

Irgendwie schaffen meine müden Knie den Abstieg und ich kann unseren Ausgangspunkt am Horizont erahnen. Spontan nimmt unser Guide eine „Abkürzung“. Der gerade, entspannte Weg vor uns wird ignoriert und wir bewegen uns auf rutschigen Felsen und Laub am Hang entlang. Ein Fluss muss auch gequert werden. Ich bekomme ein Gefühl dafür, wie unsere Eltern früher zur Schule gekommen sind.

Hier nochmal der Beweis, dass es wirklich wie im Schwarzwald aussieht. Dieses mal ohne Teppich.

Das Essen setzt der Gruppe zu. Nachdem gestern Sarah krank wurde, erwischt es heute Rafael und mich. Der Rest des Tages wird voller Selbstmitleid im Bett verbracht. Aua.

Zum Abendessen erwache ich wieder zum Leben, Rafael nicht. Morgen geht’s um 9 Uhr wieder ins Tal zurück, vielleicht tauen da meine Zehen wieder auf. Wäre schön.

Mittwoch, 6. November

Heimreise-Tag! Uns wurde gesagt, dass wir um 8 frühstücken und um 9 los laufen. Haha. Um 7:45 Uhr ruft uns eine Pfadfinderin zum Essen, alle stehen schon mit gepackten Rucksäcken bereit.

Der Abstieg ist schwierig, weil ein Junge extreme Höhenangst hat und sich ab und zu weigert, weiterzulaufen.

Manni fährt uns zum Flughafen. Gegen 11 Uhr sind wir da.

Ohne Probleme komme ich mit der Schale als drittes Handgepäckstück durch alle Kontrollen. Keiner wollte bis drei zählen. Mein Koffer hat auch 1,5 Kilo Übergewicht, interessiert auch keinen. Glück gehabt.

Auf dem Rückflug gab es nichts nennenswertes.

Hier der obligatorische Danke-Teil:

Danke an Sam, ohne den wir wohl ziemlich verloren gewesen wären. Auch wenn wir ihm nicht immer zuhörten, Zitat: „Hab ich doch gesagt“, hat er uns durch jede Situation geschaukelt.

Danke an Pascal und seine Jungs und Mädels aus Ichenheim, die immer zuverlässig und hilfreich bei allem dabei waren. Ich hätte auch gerne so eine Truppe in Oberachern.

Danke an Anna, Bea und Ella, die als Trainer vor Ort mit den marokkanischen Kinder tolle Begegnungen ermöglicht haben.

Danke an alle Menschen vor Ort, die uns so herzlich und gastfreundlich aufgenommen haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit!

Das war’s von mir. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich auf Feedback. Falls nicht dann nicht. Euer Jani.